Wahrscheinlich ist jeder schonmal darüber gestolpert: Mit Guerilla-Marketing wird ein Produkt auf unkonventionelle und überraschende Weise promoted.

Das Wort Guerilla leitet sich vom spanischen Wort “Guerra” (Krieg) ab und stammt von der asymmetrischen Art der Kriegsführung, bei der eine Partei der anderen militärisch deutlich unterlegen ist. Die klassische Strategie besteht darin, dass die unterlegene Partei in kleinen, gut ausgebildeten Kampfeinheiten aus dem Hinterhalt operiert und vereinzelt zuschlägt, um den Gegner zu zermürben. Guerilla-Kriege fanden insbesondere im 20. Jahrhundert in weniger entwickelten Ländern statt, um sich von den Kolonialmächten zu befreien.

Beim Guerilla-Marketing geht es darum, mit möglichst wenig finanziellem Aufwand möglichst viel zu erreichen. Eine derartige Kampagne kann überall stattfinden, meistens ist die Fußgängerzone Schauplatz für solche “Eyecatcher” und sie finden dort in der Regel auch gewaltige Aufmerksamkeit. Ob nun Bänke aus scheinbarer Schokolade, schneebedeckte Autos im Sommer oder ein riesiges U-Boot, welches mitten aus dem Boden hervorragt. Der Fantasie sind (fast) keine Grenzen gesetzt und genau das funktioniert, denn bei derartigen Aktionen ist es die Außergewöhnlichkeit, die begeistert.

Guerilla-Marketing im Online-Marketing-Mix

Warum Unternehmen sich für eine Guerilla-Marketing-Kampagne entscheiden, ist nicht nur finaziell begründet. Viele Unternehmen investieren in großangelegte TV-Werbung, Werbebanner und Ähnliches. Guerilla-Marketing kann einer Marke dabei helfen, im Gedächtnis zu bleiben.

Üblicherweise erhalten Guerilla-Marketing-Aktionen eine Menge an sozialem und medialem Interesse und vebreiten sich trotz lokaler Eingeschränktheit sehr schnell und weit. Diese Aktionen werden häufig von viralen Kampagnen begleitet und spielen daher auch im Online Marketing Mix eine entscheidende Rolle.

An dieser Stelle bietet es sich also an, erwähnte virale Kampagnen in die eigene Hand zu nehmen, um die Popularität der Guerilla-Marketing-Aktion noch zu steigern.

Zusätzlich können unterstützende Social-Media-Kampagnen und Pressemeldungen hier Sinn machen. Bestenfalls stellt sich ein “Schneeballeffekt” ein und die Kampagne wird durch die untersützenden Kampagnen selbstständig vom viralen Marketing erfasst, etwa durch Blogeinträge oder Videos auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Google+ und co.

Dennoch sollte man einiges dabei beachten, so ist die Toleranzschwelle bei Fehlern oder beleidigendem Inhalt sehr niedrig. Der positive Effekt kann also auch ins Gegenteil gekehrt werden. Auch lässt sich eine Guerilla-Marketing-Kampagne nicht beliebig oft wiederholen, sondern ist aufgrund des essentiellen Überraschungseffektes nur einmalig durchführbar. Ebenso gestaltet sich die Auswertung schwierig. Der Erfolg ist, anders als beim Marketing mit Werbeprogrammen wie Google AdWords, nur schwer messbar.