Kannibalisierung ist ein Begriff aus dem Marketing. Er bezeichnet dort allgemein die Situation, die entsteht, wenn ein Produkt durch tiefere Preise mit anderen Produkten des selben Unternehmens konkurriert.

Bei einer Webpräsenz spricht man von Keyword-Kannibalisierung, wenn verschiedene Seiten derselben Website auf die gleichen Keywords optimiert werden. Dabei konkurrieren zwei oder mehrere Seiten mit den gleichen Keywords um gute Positionen bei den Suchmaschinen.

Wie kommt es zu Keyword-Kannibalisierung?

Normalerweise entsteht Keyword-Kannibalisierung unbeabsichtigt als Folge einer unausgereiften Content-Strategie, die sich über längeren Zeitraum hinweg entwickelt hat. Nach und nach wurden Unterseiten der Webpräsenz hinzugefügt, die für Besucher zusätzliche Inhalte anbieten sollen.

Jedoch sind diese Seiten oft auf wenige – für das Unternehmen wichtige – Begriffe ausgerichtet. Dadurch bekommen die Auswertungsalgorithmen der Suchmaschinen Schwierigkeiten bei der differenzierten Erkennung unterschiedlicher Inhalte.

Ein Unternehmen, das beispielsweise Jacken anbietet, kann bereits viele Inahltsseiten in der Webpräsenz aufweisen, die den Begriff Jacke beinhalten. Häufig sogar an Positionen in der Seite, die von den Suchmaschinen stark gewichtet werden.

Keyword-Kannibalisierung vermeiden – Aber wie?

Um diese Keyword-Kannibalisierung zu vermeiden, muss man gezielt festlegen, für welche Inhalte die jeweiligen Seiten stehen sollen. Dann muss man anschließend neue Keywords finden, und den Inhalt der Seiten entsprechend umformulieren.

Im Beispiel mit den Jacken könnte das Unternehmen erkennen, dass eine Ausrichtung auf unterschiedliche Jackentypen sinnvoll ist.

Durch eine Aufteilung in Regenjacken, Winterjacken, Strickjacken, usw. lässt sich so eine besser Anpassung der Webpräsenz an das Marktunfeld des Unternehmens erreichen. Alternativ können Webseiten mit relativ wenig Textinhalt zusasmmengeführt und mit neuem Text versehen werden. Durch eine Optimierung auf neue Keywords kann hier stärker auf das Suchverhalten potentieller Kunden reagiert werden.

Ein besonderes Augenmerk muss hier auch auf die Navigationsarchitektur der Webpräsenz gelegt werden. Für allgemeine Begriffe sollte eine Hauptkategorieseite angelegt werden, die auf Unterseiten mit spezifischeren Inhalten verlinkt.

Diese Verlinkungen auf der Hauptkategorieseite sollten mit den Keywords der jeweils verlinkten Unterseite versehen sein. Querverweise zwischen den Unterseiten, die ebenfalls mit passenden Keywords ausstaffiert sind, wirken für diese Architektur zusätzlich unterstützend.

So können Suchmaschinen die verschiedenen Inhalte diffenrenzierter verarbeiten und Keyword-Kannibalisierung wird vermieden. Die Besucher finden sich ebenfalls schnell auf der Website zurecht.

Zur Conversion ungeeignete Webseiten sollte man hingegen aus dem Index der Suchmaschinen entfernen lassen. Bei Google funktioniert das beispielsweise über die Search Console (früher Webmaster Tools).

Um dann eine Re-Indexierung zu verhindern, sollten entsprechende Seiten über die robots.txt vom Crawler ausgeschlossen werden oder auf NoIndex setzen. Es funktioniert auch, wenn die Seiten mittels eines Canonicals so für den Google Bot ausgesteuert werden, dass dieser nur die wirklich wichtigen Seiten zu dem rankenden Keyword indexiert.

Keyword-Kannibalisierung vermeiden ist nicht schwer. Es bieten sich viele Möglichkeiten die Auswirkungen im Vorfeld zu verhindern, oder einzugrenzen, wenn der Effekt doch einmal aufgetreten ist.